Herbst/Winterdienst - Dachsting.de

Herbst/Winterdienst

Der Herbst und gerade der Winter bringen einige Gefahren für Ihr Haus mit sich. Das gefallene Laub im Herbst kann ihre Dachrinne, Kehlen oder Dachfenster verstopfen und die Abflüsse blockieren. Die Folgen sind:
- eindringen von Niederschlagwasser unter die Dacheindeckung (Folgeschäden gerade bei alteren Häusern ohne intakte Unterspannbahn
- Frostschäden durch gestautes Wasser besonders an Dachrinnen und Fallrohren
- In manchen Fällen, bei besonderen Witterungsverhältnissen kann es vorkommen, das Schnee auf dem Dach durch unzureichende Wärmedämmung oder wechselnde Frost-/Tauphasen auftaut und wieder gefriert. Daduch bilden slich besonders in Kehlen Eisbarrieren die es ermöglichen das Wasser ins Haus eindringen kann, und dadurch erhebliche Schäden entstehen können.

Schneelast auf den Dächern.
Besonders gefährlich sind hohe Schneelasten auf Ihrem Dach. Besonders gefährdet sind Flachdächer z.B. Bungalowbauweise, Carport o.ä. Aber auch Steildächer können gefärdet sein. In Altbauten wurden oft sehr dünne Sparren verbaut, die zudem noch in einem großen Abstand zueinander stehen. Im Zweifelsfall kontaktieren Sie uns, und wir überprüfen Ihre Dachkonstruktion, und befreien diese ggf. vom Schnee. Die Schneelast ist nicht von der Schneehöhe abhängig.
Hier ein Anhaltspunkt:

10 cm frisch gefallener Pulverschnee wiegt ca.10kg/m²
10 cm Nassschnee kann bis zu 40 kg/m² wiegen
Und eine 10 cm dicke Eisschicht wiegt bis zu 90 kg/m², und ist damit fast so schwer wie 10 cm hoch stehendes Wasser, das 100kg/m² wiegt

Schützen Sie sich, andere und Sachgegenstände durch einen fachgerechten Schneefang.

 

Die weiße Last

Die Konsequenzen des Klimawandels spiegeln sich auch im Bauen wider - vor allem für das Dach. Immer härter werdende Winter fordern eine konsequente Umsetzung der Montage und Lastermittlung von Schneefangsystemen. Die praktische Umsetzung und welche Normen gelten, zeigt der Beitrag.

So schön es auch aussieht, Schnee und Eis können eine Gefährdung für Personen oder Sachwerte sein. Ein richtig geplantes und fachgerecht montiertes Schneesicherungssystem ist daher unumgänglich.Foto: Braas

Die bislang geltenden Regeln zur Lastenermittlung für Schneelasten im Fachregelwerk des ZVDH basierten auf den niedrigeren Werten der alten DIN 1055. Diese wurde, auch als Ergebnis zahlreicher Katastrophen in jüngster Zeit, schon verschärft und findet nun mit der DIN EN 1991 Eurocode 1-3: "Einwirkungen auf Tragwerke - Schneelasten" eine neue Form. Diese zum 1. Juli 2012 als technische Baubestimmung bauaufsichtlich eingeführte Norm ersetzt somit die bisherige DIN 1055-5 "Schnee- und Eislasten". In der Folge ist es konsequent, dass der ZVDH seine Regelungen an die neuen Anforderungen und Normen anpasst. Dies führt zu einer Erhöhung der Anforderungen auch an die Einbauteile in eine Dachdeckung. Schneefangsysteme mussten bisher in der Regel nicht statisch bemessen und nicht auf die Schneelasten abgestimmt werden. Ausschlaggebend für den Einsatz von Schneefangsystemen waren bislang im Wesentlichen die Verkehrssicherungspflichten des Bauherren, die in den Landesbauordnungen beziehungsweise über örtliche Vorschriften geregelt sind. So werden in vielen Landesbauordnungen bei Dächern an Verkehrsflächen und über Eingängen Vorrichtungen zum Schutz gegen das Herabfallen von Eis und Schnee verlangt. Bei diesen Maßnahmen ging es um den Schutz von Menschen und des Verkehrsflusses nicht nur auf öffentlichen Wegen und Straßen, sondern auch auf gemeinschaftlich genutzten Flächen und Wegen. Eine statische Bemessung war bislang nur für den Ausnahmefall der DIN 1055-5 erforderlich. So musste bei erhöhter Schneebelastung von höher liegenden Dächern auf darunterliegende Bauteile diese Schneelast ermittelt und entweder bei der Statik des unteren Daches mit berücksichtigt werden oder das Schneefangsystem entsprechend statisch dimensioniert werden.

Objektbezogene Berechnung

Die neuen und verschärften Anforderungen erforderten auch eine Anpassung des Regelwerks des ZVDH. So wird aus der "Norm-Ausnahme-Berechnung" für Schneefangsysteme nun eine generelle Nachweispflicht, um die höhere Sicherheit auch über Verkehrswegen sicherzustellen. In die Betrachtung einer Berechnung kommt nun das Schneefangsystem als Widerstandsseite sowie die einwirkende Schneelast als Belastungsseite. Nach den ZVDH "Hinweise zur Lastenermittlung" hat die objektbezogene Bemessung von Schneefangsystemen unter Berücksichtigung der systembezogenen Tragfähigkeiten nach Herstellerangabe zu erfolgen. Für eine Berechnung sind als Parameter die Schneelastzone (entsprechend der Schneelast-Karte DIN EN 1991 1-3), die Geländehöhe über NN, die Dachneigung sowie die Dachlänge oberhalb der Schneefangkonstruktion (meist Sparrenlänge) erforderlich. Darüber hinaus fließt der Anwendungsfall Verkehrssicherung mit dem Sicherheitsbeiwert 1 oder der Schutz tiefer liegender Gebäudeteile mit dem Teilsicherheitsbeiwert 1,5 in die statische Berechnung ein.

Nach der Befestigung der Grundpfanne auf der Unterkonstruktion wird das Schneefanggitter in den Halter eingerastet. Foto: Braas

Einheitliches Prüfverfahren

Da derzeit keine Prüfnorm für Schneesicherungsprodukte besteht, soll auch dieser Teil der Widerstandsseite jetzt im neuen ZVDH "Merkblatt Einbauteile" geregelt werden. Die Prüfung von Schneeschutzsystemen erfolgt in Anlehnung an die ÖNORM B 3418 "Planung und Ausführung von Schneeschutzsystemen auf Dächern". Der statische Nachweis hat nach den eingeführten technischen Baubestimmungen (DIN EN 1991) zu erfolgen. Das entsprechende Verfahren zur Prüfung von Schneeschutzsystemen ist beim ZVDH hinterlegt. Für den verarbeitenden Dachdecker ergibt sich durch ein einheitliches Prüfverfahren jetzt erstmalig die Gelegenheit, objektiv die Wertigkeit der Schneesicherungssysteme der verschiedenen Hersteller zu vergleichen. Doch nicht nur der Vergleich ist interessant; in der Konsequenz können sich auch haftungs- und vertragsrechtliche Fragen ergeben. Da mit dem neuen Merkblatt (zum Zeitpunkt des Verfassens des Beitrags noch als Gelbdruck) auch der Stand der Technik formuliert wird, ist die geschuldete Leistung bei unzureichender Dimensionierung unter Umständen auch mangelbehaftet.

Horst Pavel Quelle DDH

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe DDH 24.2012.